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1,14 Millionen Euro EU-Mittel für Förderung der Elektromobilität in der Wirtschaftsregion Bruchsal zugesagt

Umweltministerium prämiert Wettbewerbsbeitrag zeozweifrei unterwegs der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH (WFG)

Die Wirtschaftsregion Bruchsal ist landesweite Modellregion für Elektromobilität. Umweltminister Franz Untersteller hat am gestrigen Donnerstag, 4. Dezember 2014, im Literaturhaus Stuttgart die Sieger im Wettbewerb „Klimaschutz mit System“ ausgezeichnet. Untersteller bezeichnete die prämierten Konzepte als „Leuchttürme mit besonderem Vorbildcharakter, die Klimaschutz vor Ort besonders wirksam oder kreativ umsetzen“.


Umweltminister Franz Untersteller überreicht die Urkunde an die Projektpartner der Wirtschaftsregion Bruchsal: (von rechts nach links) Joachim Fuchs, ewb; Birgit Schwegle, Leiterin der Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe; Franz Untersteller, Umweltminister des Landes Baden-Württemberg; Sarina Pfründer, Bürgermeisterin der WFG-Gemeinde Sulzfeld; Stefan Huber, Geschäftsführer der WFG; Thomas Kull, Bereichsleiter Energievertrieb der ewb; Christine Haban, WFG

Zu den 13 Vorhaben, die vorab von einer unabhängigen Expertenjury aus 70 landesweit eingegangenen Bewerbungen ausgewählt worden waren, zählt auch das Elektromobilitätsprojekt zeozweifrei unterwegs, das die Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH (WFG) stellvertretend für ihre 13 Städte und Gemeinden eingereicht hatte. Mit der Prämierung ist der Weg frei für 1,14 Millionen Euro Fördermittel, die aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung exklusiv in den WFG-Kommunen zur Verfügung steht.

 

Stellvertretend für alle WFG-Kommunen nahm Sarina Pfründer, Bürgermeisterin der Gemeinde Sulzfeld, gemeinsam mit WFG-Geschäftsführer Stefan Huber die Prämierungsurkunde von Minister Untersteller entgegen. In der Landeshauptstadt mit dabei waren außerdem Birgit Schwegle, Leiterin der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe, sowie Thomas Kull, Bereichsleiter Energievertrieb der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb).

 

Dank der zugesagten Fördermittel können in allen 13 Städten und Gemeinden der Wirtschaftsregion Bruchsal jeweils zwischen zwei und sechs E-Carsharing-Stationen eingerichtet werden. Diese bestehen jede aus zwei Parkplätzen und einer Ladesäule, an der zwei Elektroautos gleichzeitig Ökostrom „tanken“ können. Der eine Parkplatz ist für private Elektrofahrer zum Aufladen frei zugänglich. Der andere Parkplatz ist für ein dort stationiertes Elektroauto reserviert, das im Rahmen von Carsharing von Bürgern, Firmen und Gemeinden genutzt werden kann.

 

Dieses Grundprinzip hat die WFG seit Anfang 2014 im Rahmen eines Pilotvorhabens in Sulzfeld und Zaisenhausen erfolgreich getestet. Die Gemeindeverwaltung und Firmen sichern dort die nötige Grundauslastung der Fahrzeuge. Dank der Förderung kann das Modell auf die restlichen WFG-Gemeinden übertragen werden. „So entsteht in Baden-Württemberg erstmals ein lückenloses Netz an E-Carsharing-Angeboten innerhalb einer gesamten Region“, so WFG-Geschäftsführer Huber.

 

Die Projektpartner haben sich zum Ziel gesetzt, insgesamt 41 Carsharing-Stationen bis 2018 neu einzurichten. Die Anzahl der Carsharing-Stationen zwischen Kraichgau und Rhein wird sich dadurch von derzeit 6 auf 47, die der Carsharing-Fahrzeuge von 10 auf 51 und die der öffentlich zugänglichen Ladesäulen von 8 auf künftig 49 erhöhen. Das einheitlich grün-weiße Design der Elektrofahrzeuge und Ladesäulen soll für eine hohe Sichtbarkeit sorgen.

 

„zeozweifrei unterwegs macht die Elektromobilität für Bürger, Vereine und Firmen niederschwellig erfahrbar und erlebbar“, erläutert Huber. Der Kaufpreis eines Elektroautos sei im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen immer noch hoch, was für viele Autofahrer bislang das größte Kaufhindernis darstelle. Die zugesagte EU-Förderung räumt diese Hürde in der Wirtschaftsregion Bruchsal beiseite. Alle 41 Elektroautos werden über den Carsharing-Pool öffentlich und günstig verfügbar sein. „Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: Elektroautos kommen auf die Straße, und Carsharing erstmals in die Umlandgemeinden Bruchsals“, so Huber. Das „Autoteilen“ sei zwar seit Jahren bundesweit ein stark wachsender Trend. Entsprechende Angebote gebe es aber in der Region bislang nur in Bruchsal. Das bei Carsharing erforderliche Buchungs- und Abrechnungssystem wird von einem professionellen Anbieter übernommen.

 

Laut Birgit Schwegle wird das Projekt die Feinstaub- und Treibhausgasemissionen in der Region spürbar verringern: „Die Elektromobilität wird zur echten Alternative zum eigenen Auto – dank zeozweifrei unterwegs erstmals auch außerhalb größerer Städte.“ Dies eröffne die Chance, die in vielen Haushalten vorhandenen Zweitwagen klimaneutral zu ersetzen. Für Schwegle ist das Projekt ein wesentlicher Baustein, um das Klimaschutzziel des gesamten Landkreises Karlsruhe umzusetzen. Dieser will bis 2050 vollständig „zeozweifrei“ werden. Neben Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und den Bürgermeistern der Umlandgemeinden hat daher auch Landrat Dr. Christoph Schnaudigel den WFG-Förderantrag unterstützt.

 

Die Ladesäulen für die E-Carsharing-Fahrzeuge wird die ewb in das Projekt einbringen. „Die EU-Fördermittel ermöglichen einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Wirtschaftsregion Bruchsal“, so Thomas Kull. Dieser werde dringend benötigt, wenn nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 tatsächlich eine Million Elektroautos in Deutschland unterwegs sein sollen. „Mit zeozweifrei unterwegs werden wir eines der dichtesten Ladenetze außerhalb der Großstädte aufweisen“, so Kull. Zum Einsatz komme bewährte Technik, die ein vollständiges Aufladen der Elektroautos innerhalb von rund einer Stunde ermögliche.

 

Im nächsten Schritt planen die WFG und ihre Projektpartner, gemeinsam mit den Gemeindeverwaltungen und -räten für jede Kommune ein passgenaues Umsetzungskonzept auszuarbeiten. „Wir entwickeln für jede E-Mobilitätsstation ein eigenes Betreibermodell, das auch die Wirtschaftlichkeit im Blick hat“, sagt Huber. Mögliche Nutzer der Fahrzeuge und Ladesäulen können neben den Gemeindeverwaltungen insbesondere auch Bürger, Betriebe und sonstige Institutionen am Ort sein.

Umweltminister Franz Untersteller würdigte in seiner Laudatio das E-Mobilitätsprojekt zeozweifrei unterwegs als einen von landesweit 13 „Leuchttürmen mit besonderem Vorbildcharakter, die Klimaschutz vor Ort besonders wirksam oder kreativ umsetzen“ 


Weiterführende Informationen bspw. auch zu den anderen prämierten Siegerprojekten finden Sie unter

http://um.baden-wuerttemberg.de/de/presse-service/presse/pressemitteilung/pid/wettbewerb-klimaschutz-mit-system-rund-19-millionen-euro-fuer-insgesamt-13-massnahmen-zum-kommunal/


die neue Welle am 04.12.2014 um 18.00 Uhr, Regio-News

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