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115 Unternehmen der Region wollen erweitern oder umziehen

Gewerbeflächenstudie der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal zeigt Bedarf von über 50 Fußballfelder auf

115 Unternehmen in der Wirtschaftsregion Bruchsal wollen in absehbarer Zeit erweitern oder umziehen. 70 davon haben dafür noch keine geeigneten Flächen in Aussicht. Das ergab eine Gewerbegebietsstudie der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH (WFG), deren Ergebnisse veröffentlicht wurden.

Die Studie wurde vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen (IfSR) wissenschaftlich betreut und vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen“ finanziell gefördert. An der Durchführung der Studie haben sich die dreizehn Kommunen der WFG, der Regionalverband Mittlerer Oberrhein sowie fast 400 Unternehmen der Region beteiligt.

Im ersten Teil der Studie wurde die Nachfrage nach Gewerbeflächen mittels einer Betriebsbefragung aller Firmen über fünf Mitarbeiter erhoben.

Kurz- bis langfristig brauchen die bereits am Rhein und im Kraichgau ansässigen Firmen rund 520.000 Quadratmeter Gewerbeflächen. Das entspricht mehr als 50 Fußballfeldern. Hinzu kommen zahlreiche Ansiedlungsanfragen von außen. „Die Untersuchung belegt, dass die Wirtschaftsregion Bruchsal ein stark nachgefragter Standort ist“, sagt Projektleiter Frank Schmidt von der WFG.

Insgesamt stellen die hiesigen Firmen ihrem Standort ein gutes Zeugnis aus. Die Befragung förderte aber auch Mängel zutage. Am meisten stört die Betriebe die Parkierungs- und Zufahrtssituation an ihrem jetzigen Standort. Insbesondere der Schwerlastverkehr hat vielerorts Probleme durchzukommen. Zudem gehören parkende Transit-Lkws zum Alltagsbild in vielen Gewerbegebieten. Dazu Frank Schmidt von der WFG: „Viele Firmen fürchten um die Attraktivität ihres Gewerbestandorts. Sie ärgern sich darüber, dass viele Flächen brachliegen, weil der Eigentümer weder verkaufen noch bauen will.“ Andere häufig genannte Ärgernisse waren verwahrloste Nachbargebäude und üppig dimensionierte Wohnsitze mitten im Gewerbegebiet, die der Wirtschaft wertvolle Flächen entziehen.

Fast einmütig als wichtigen Standortfaktor bewerten die Geschäftsführer die Straßenanbindung. Drei von vier Unternehmen sind mit der jetzigen Pkw- und Lkw-Erreichbarkeit an ihrem Standort rundum zufrieden. „Das ist ein hervorragender Wert“, so Schmidt. „Aktuelle Behinderungen durch Baustellen sind in diese Bewertung offenbar weniger eingeflossen als das engmaschige Netz an Autobahn und Umgehungsstraßen.“

Der Anschluss an Bus und Bahn wird im Vergleich zur Straße als etwas weniger wichtig eingeschätzt. Außerdem sieht man in den Chefetagen diese Bedingung weitgehend als erfüllt an. Die vorliegende Befragung spiegelt jedoch nur die Einschätzungen der Unternehmensleitungen wider. Schmidt: „Erfahrungsgemäß kennen die Mitarbeiter die Taktzeiten oft besser und haben auf die ÖPNV-Anbindung durchaus eine eigene Sicht.“ Diese wurde im Rahmen der Studie jedoch nicht miterhoben.

Erwartungsgemäß zählt der Breitbandanschluss zu den Top-Themen. Nur für fünf Prozent der Betriebe ist schnelles Internet von „geringer Bedeutung“. Die WFG-Befragung bestätigt: Der aktuell laufende Ausbau der Versorgung im Landkreis Karlsruhe sichert die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft.

Im zweiten Teil der Studie wurde das Angebot an Gewerbeflächen in der Region erstmals systematisch und gemeindeübergreifend erhoben.

Der aktuelle Bestand an Gewerbeflächenpotenzialen beläuft sich auf rund eine Million Quadratmeter. Sie verteilen sich in den 13 Kommunen der WFG auf rund 70 einzelne Gewerbestandorte. Rund 60 Prozent des Flächenpotenzials stellen Baulücken in bereits erschlossenen Gebieten dar. Der Rest entfällt auf untergenützte oder noch nicht erschlossene Flächen sowie auf Leerstände und Brachen.

Im nächsten Schritt werden die Studienergebnisse auf die einzelnen Gemeinden heruntergebrochen und dort diskutiert. „Die Studie liefert die Grundlage für eine bedarfsgerechte Flächenplanung vor Ort“, resümiert Schmidt.

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