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Schnupperkurs auf dem Stellenmarkt

Jugendliche sondieren im TRIWO-Technopark die Angebote verschiedener Arbeitgeber

Bruchsal (cah). Den Titel „Per Speeddating zum Ausbildungsplatz“ haben ein paar Jugendliche wohl sehr ernst genommen: Noch bevor alle Firmen im Konferenzsaal des Triwo-Technoparks überhaupt angekommen waren, standen schon die ersten Interessenten da und begannen erste Gespräche mit möglichen Ausbildungsbetrieben. Seine allgemeine Begrüßungs-Ansprache konnte Frank Schmidt von der Regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal (WFG) somit wegstecken. Stattdessen empfing er die Besucher beim dem Kontakttreffen mit möglichen Lehrkräften einzeln, bevor sie sich niederließen an einen der über 20 Tische, an denen sich die Firmen mit Infomaterial oder einem Roll-Up präsentierten. Wobei die Präsentation wie etwa bei einem Messestand eher nebensächlich war: Tatsächlich ging es um das persönliche Gespräch, daher waren auch nur zwei Stühle auf einer Seite der Tische. „Das Angebot soll nicht die Ausbildungsbörse ersetzen, die alle zwei Jahre stattfindet, sondern ergänzen als niederschwelliges Angebot, aber eins zu eins in direktem Kontakt“, sagt Schmidt. Auch Rainer Rapp vom Bruchsaler Schulamt zeigte sich Kooperationspartner sehr zufrieden. Angesichts der über 100 Interessenten hat sich die Werbetour an den Schulen – auch außerhalb des Stadtgebiets – durchaus gelohnt. Wie eine aktuelle Erhebung an den Bruchsaler Werkrealschulen zeigt beginnen von 64 Abgängern nur 15 eine Berufsausbildung (drei weiblich/zwölf männlich), 34 streben einen weiteren Schulabschluss an (16/18), elf wissen noch nicht, was sie machen werden (fünf/sechs). Nina aus Zeutern hat inzwischen herausgefunden, dass sie nicht in einem Callcenter arbeiten möchte, stattdessen lieber „etwas mit Medien“ bei Hofa. Corinna aus Bruchsal sucht einen Bürojob, ein weit gereister junger Mann aus Koblenz, der von Bekannten aus der Region auf den Termin aufmerksam wurde, interessiert sich für Mechatronik, „aber es werden wohl jede Menge Maurer gesucht“, so seine Wahrnehmung. Er stellt sich geduldig in der Warteschlange vor der Firma Linhardt an. Weniger erfolgreich waren die Vertreter von DHL, die sich auf der Suche nach Paket-Zusteller wohl in der Zielgruppe vertan haben: „Ein Führerschein ist bei uns Voraussetzung – den haben die meisten hier noch nicht“, wurde bemerkt. Statt eines Führerscheins haben manche jedoch ihren Lebenslauf und weitere Unterlagen dabei. Für die Unternehmer ist der direkte Kontakt jedoch entscheidend, wurde immer wieder betont. „Es ist wichtig, ob die Person auch ins Team passt“, sagt Barbara Aydt, die für ihr Juweliergeschäft „vielversprechende Gespräche“ führen konnte.

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