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Effizientes Blau gesucht

Cynora entwickelt Materialien für kleine Displays und große Bildschirme


WIE ES LEUCHTET: Damit Displays noch schöner schimmern und weniger Strom verbrauchen, entwickelt Cynora Zukunftsmaterialien für Organische Leuchtdioden (Oled). Noch ist das Bruchsaler Start-up ein „Heimlicher Star“ – wie
die neue BNN-Serie heißt, nur in Fachkreisen wohlbekannt. Gelingt Cynora aber der Durchbruch, dann winken Milliarden. Das Bild zeigt ein Handy-Display beim Bruchsaler Theatersommer. Fotos: Staron (2), Scheible


Bruchsal (art). Weißes Pulver ist die Grundlage für bunte Farben insbesondere auf Bildschirmen von Smartphones. Es ist ein speziell entwickeltes Material für organische Licht emittierende Dioden, die so genannten Oleds. An solchen Materialien arbeitet und forscht die Firma Cynora in ihren Labors im Triwo-Technopark in Bruchsal. "Die Oleds sind eine Revolution auf dem Bildschirmsektor und in der Beleuchtungstechnik", sagt Michael Bächle, Mitgründer von Cynora und heute als COO, Chief Operation Officer, verantwortlich für das operative Geschäft des Unternehmens.

Michael Bächle:
Mitbegründer und heute verantwortlich für das operative Geschäft von Cynora


"Oled Bildschirme haben einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch als bisherige Bildschirme. Diese neue Technologie ermöglicht stärkere Kontraste und damit eine bessere Bildqualität." Die Pixel eines Bildschirmes bestehen aus den drei Farben: Rot, Grün und Blau. Rot und Grün beziehen die Bildschirmhersteller derzeit von einem amerikanischen Unternehmen, aber es gebe kein effizientes Blau auf dem Markt, heißt es aus Fachkreisen. Daran forscht Cynora. Die bisherige Arbeit ist durch eine ganze Reihe von Patenten geschützt. Bis Ende des Jahres will die Firma das blaue Material auf dem Markt anbieten können. Rot und Grün sollen danach als weitere Produkte folgen. "Das ist ein Riesenmarkt", sagt Bächle "mit ganz neuen und heute noch ungeahnten Möglichkeiten." Diese bestehen zum Beispiel aus flexiblen Bildschirmen, die so dünn sind, dass man sie biegen oder gar aufrollen kann wie eine Projektionsleinwand. Oled's bekommen eine große Bedeutung in der Objektbeleuchtung. Leuchte und Leuchtmittel werden eins und ermöglichen ganz neue Anwendungen. Dies alles ist aber noch Zukunftsmusik. Allerdings könnten die ersten biegsamen Smartphones schon in den nächsten 1-2 Jahren auf den Markt kommen.


Cynora wurde von ehemaligen Mitarbeitern des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT) gegründet. Nach dem Anfangsstadium suchte man einen strategisch günstigen Standort und fand ihn 2014 im Triwo Technikpark in Bruchsal. Cynora war die erste Firma, die sich hier ansiedelte. Die Vermietungsgesellschaft investierte in die Infrastruktur für Cynora und ermöglichte dem jungen "Start Up" auch Erweiterungsmöglichkeiten. So entstanden 2.000 Quadratmeter großzügige Labor- und Büroflächen; eine Verdoppelung der Fläche ist noch für das nächste halbe Jahr geplant.
In den Labors stellen die Chemiker das Material in kleinen Mengen her und bestimmen seine Eigenschaften, bevor es in den Oled-Anwendungstest kommt. 80 Mitarbeiter sind bei Cynora beschäftigt. "Unser Ziel in den nächsten Monaten sind 100 Mitarbeiter", sagt Bächle. "Wir haben ein junges, intelligentes Team von findigen und kreativen Köpfen mit der großen Motivation, gemeinsam den Durchbruch zu schaffen auf dem Wachstumsmarkt der Oled Materialien." Cynora strebt nicht weniger als die Position des Weltmarktführers an. Und warum dann Bruchsal als Standort? "Bruchsal ist ein sehr geeigneter Platz zwischen den Zentren Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt", sagt Bächle. "Wir finden hier gute Mitarbeiter. Außerdem ist uns der Vermieter, die Triwo-Technikparkgesellschaft, in der notwendigen Infrastruktur für unsere Labors und Arbeitsräume sehr entgegengekommen."


Produkt:
Weißes Pulver für bunte Farben - das Material, an dem Cynora forscht.


Bislang hat Cynora noch keinen Cent verdient. Unterhalten wird die Firma von Investoren, die sich vom "Cynora-Pulver" einen hohen Rückfluss versprechen, wenn das Material in großen Mengen verfügbar und einsetzbar ist. Dafür hat sich das Unternehmen mit Gildas Sorin einen in der Branche erfahrenen Manager als Geschäftsführer gesichert, der gute Kontakte hat zu allen führenden Displayherstellern. Die Messlatte liegt hoch. "Wir wollen ein Unicorn werden", sagt Sorin. Unicorn, Einhorn, nennt man in den USA  Start Ups, die es an der Börse gleich auf eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde Dollar bringen.



Zu Cynora:

  • Gegründet von ehemaligen Mitarbeitern des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT). 
  • Seit 2014 in Bruchsal im Triwo-Technikpark ansässig.
  • Internationales, wachsendes Team von mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
  • Moderne Labor- und Büroflächen auf 2000 Quadratmetern.
  • Unternehmensfokus: Entwicklung von hocheffizienten Materialien für Oled-Displays. Enge Zusammenarbeit mit Herstellern von Oled-Displays in Asien, Europa und in den USA.
  • Geschäftsführung: Gildas Sorin.


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