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Der gute Ton hat Kreise gezogen

HOFA begann als Tonstudio und hat sein Sortiment ständig erweitert


Absorber von HOFA-Akustik werden beispielsweise im KundenKommunikationsCenter der Sparkasse Kraichgau eingesetzt. Dort ist die Akustik sehr wichtig, vor allem, wenn Kundenanfragen an mehreren Telefonen gleichzeitig beantwortet werden. Fotos: Staron


Karlsdorf-Neuthard (cah). Karlsdorf ist nicht Karlsruhe – denn so ruhig geht es nicht zu in einem Dorf, in dem sich inzwischen fünf Tonstudios niedergelassen haben. Jochen Sachse erinnert sich noch genau an die Faszination, wie er als Teenager einmal das Kangaroo-Studio von Edo und Vilko Zanki besuchen durfte, gewissermaßen die lokale Keimzelle der Branche. Jahre später wollte er mit Frank Simml ein paar Häuser weiter Equipment aufkaufen aus dem Koala-Studio, das Enrico Zabler („Masterboy“) gerade nach Walldorf verlegte. „Die Bandmaschine haben wir nicht bekommen, aber die Räume“, erinnern sich die beiden an die Gründung des „SL Tonstudio“ 1988. Bald wurde den Lehramt-Studenten klar, dass sie nie vor Schülern stehen würden: Das Studio wurde zum Lebensmittelpunkt, oft auch zum Schlafzimmer, Gewinne wurden in weitere Ausrüstung investiert.


Die Chefs (vl):
Frank Simml und Jochen Sachse


Nicht nur der Name änderte sich von „House-Studio“ über „House of Audio“ zu „Hofa“, 1997 zogen sie aus der ehemaligen Zigarrenfabrik im Ortskern in eine ehemalige Weinhandlung im Gewerbegebiet. Heute sind die Gebäude an ihrer knallorangenen Fassade unübersehbar und beherbergen weit mehr als ein Tonstudio. Drei Aufnahmestudios mit Regie und ein Mastering-Studio zogen schon Prominenz in den Ort: Deborah Sasson beispielsweise fuhr jeden Tag mit einem anderen Wagen vor, Tic Tac Toe kamen zum Videodreh, Unisonic haben sich zum Songschreiben eingemietet und hauseigenen die Apartments genutzt. Daneben wurden in den vergangenen Jahren weitere Geschäftsmodelle etabliert: Hofa-Media produziert CD, DVD und Blu-Ray samt Verpackung und übernimmt auf Wunsch auch Vertrieb und Promotion, Hofa-Logistics macht vom Webshop und Marketing-Consulting über Lagermanagement bis zur Kommissionierung sämtliche Waren mobil, Hofa-Plugins entwickelt Software für professionelle Musikproduktions-Systeme. Im Hofa-College werden Grundkenntnisse für Anfänger wie auch professionelle Expertentipps vermittelt, auch Umschulungen mit Bildungsgutscheinen oder staatlicher Förderung sind möglich. „Was uns fehlte, fehlte anderen auch“, so erklären sich Sachse und Simml ihren Erfolg, der letztlich aus dem Tonstudio heraus weitere Kreise gezogen hat. Die Bedürfnisse der Kunden können somit im Hause Hofa in den verschiedenen Bereichen erfüllt werden.


Mischpult:
Mit einem Tonstudio fing alles an - und ist heute noch Ausgangspunkt für weitere Geschäftsmodelle


Mit Hofa-Akustik sind die beiden über den Kundenkreis der Medienschaffenden hinausgegangen in den Bereich der Alltags-Gegenstände. Wie so vieles fing es im Tonstudio an, auf der Suche nach dem idealen Klang: Wie lässt sich Schall umlenken oder schlucken – und wie kann man das möglichst schnell umbauen? Herausgekommen ist ein Diffusor, der aussieht wie ein Setzkasten, aber unterschiedlich tiefe Fächer hat. In den Wechselrahmen kann man stattdessen auch einen Absorber schieben, der mittels Stoffbespannung den Schall aufnimmt. Sogenannte „Basstraps“ können wie kleine Stehtische mitten in den Raum gestellt werden und dämpfen etwa in Konferenzräumen oder Callcentern den Geräuschpegel. Produziert wird übrigens bei der Lebenshilfe Bruchsal, die sich über die vielfältigen Ausführungen und somit abwechslungsreichen Arbeitsschritte freuen. Für die relativ frisch hinzugekommenen Akustikvorhänge, die unter anderem in Werkshallen von Porsche oder Mercedes zum Einsatz kommen, wurde in Hambrücken eine Näherei eröffnet. Aber nicht nur Großprojekte wie ein Konzerthaus im Irak werden bedient, sondern auch heimische Wohnzimmer, Büros oder Restaurants können ästhetisch und funktional mit Akustik-Bildern versehen werden, individuell bedruckt und schallschluckend.
Das alles hört sich nicht nur gut an – die Produkte klingen zudem gut. Auch die Zukunft scheint gesichert, denn die nächste Generation ist ebenfalls im Betrieb involviert.


Zum HOFA:

Jochen Sachse und Frank Simml gründeten 1988 das „SL Tonstudio“ in der Karlsdorfer Bahnhofstraße, später bekannt als „House of Audio“. Mit dem Umzug in die Lußhardstr. 1-3 kamen zu den Hofa-Studios noch die Abteilungen Media, Logistics, Akustik, College und Plugins dazu. Daneben gibt es noch eine Lagerhalle im Gewerbegebiet Ochsenstall sowie in Hambrücken eine Näherei. Der Betrieb hat rund 70 Mitarbeiter. Infos gibt es im Internet unter https://hofa.de/ oder telefonisch unter 07251 3472-0.


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