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Ein Blick in die Zukunft Visionär und innovativ

die ESSERT GmbH gestaltet Industrie 4.0 weltweit mit


Die Essert-Software befähigt Industrie-Roboter auch filigrane Tätigkeiten exakt auszuführen. Fotos: Simone Staron


Ubstadt-Weiher (psp). Weiß ist die dominierende Farbe im Gebäude der ESSERT GmbH im Industriegebiet Sand von Ubstadt-Weiher. Hier und da ein bisschen Blau – die Firmenfarbe, bunte Stühle in einem Raum für die Mitarbeiter, wo unter anderem auch ein Tischkicker für kreative Pausen genutzt werden kann. Dieses Weiß strahlt gleichermaßen Modernität wie Reduktion auf das Wesentliche aus. Und worum es dabei geht, das erklärt Christopher Essert. Der Firmengründer ist eine beeindruckende Erscheinung: groß, sportlich, 30 Jahre alt, absolut fokussiert – und seit neun Jahren im Geschäft. 


Firmengründer und CEO: Christopher Essert


Stimmt! Mit gerade mal 21 Jahren macht sich der Ubstadt-Weiherer selbständig. Er ist gelernter Mechatroniker und Automatisierungstechniker für Robotik und hierfür hat er ein absolutes Gespür, sowohl für die Technologie als auch für die Marktentwicklung. Was damals als Ein-Mann-Betrieb mit Roboterprogrammen für Firmen in der Region begann, ist heute ein weltweit agierendes Unternehmen mit 80 Mitarbeitern und einem Umsatz von 10 Millionen Euro in zwei Geschäftsbereichen mit überproportionalem Wachstum. Und weil er sich der Region verbunden fühlt, möchte er den Standort in seiner Heimatgemeinde behalten. Das erste Tätigkeitsfeld ist – nach wie vor – die Robotik. Hier entwickelt Essert mit seinem Team Lösungen für sogenannte kollaborative Roboter, Industrieroboter also, die nicht nur humanoide Handgriffe ausführen, sondern auch mit dem Menschen gemeinsam und in deren unmittelbaren Nähe arbeiten können, weil Sensoren Schutzeinrichtungen überflüssig machen. Die ESSERT-Technologie macht beispielsweise die Montage von Playmobil-Figuren durch Maschinenarme möglich. Dabei „sieht“ der Roboter, welches Bauteil er greifen muss und „fühlt“ in welche Richtung Helm oder Frisur aufzusetzen sind. Für solche einfachen, sich millionenfach wiederholenden, monotonen Tätigkeiten, für die bisher menschliche Hände und Sinne zum Einsatz kommen, seien die kollaborativen Roboter bestens geeignet, erklärt Christopher Essert. Dadurch könne das Wachstum in Europa gehalten, eine Auslagerung in Billiglohnländer vermieden werden. Der zweite Geschäftsbereich bewegt sich im Bereich Digitalisierung und sorgt für schnelle, einfache und anschauliche Informations- und Wissensvermittlung mit Hilfe von Datenbrillen. Augmented Reality, also erweiterte Realität, heißt diese interaktive Unterstützung, die nahezu überall angewendet werden kann - im Versandhandel genauso wie im technischen Service - und die nicht nur für große Industrieunternehmen, sondern auch für kleine und mittlere Betriebe rentabel ist. Das Prinzip ist das gleiche: es werden Informationen, Anleitungen, Maschinendaten via App und Datenbrille sichtbar und begreifbar gemacht. Eine Technologie, die im Übrigen auch im eigenen Unternehmen zur selbständigen Weiterbildung der Mitarbeiter genutzt wird. Überhaupt spielen eigenständiges Arbeiten und Vertrauen eine entscheidende Rolle bei Essert. Auch die Organisationsstruktur unterstützt das. Christopher Essert ist zwar Chef des Ganzen respektive CEO (Chief Executive Officer), aber es gibt keine Hierarchien, sondern vielmehr ein kollegiales Kreisorganigramm. Wichtig sei die Arbeit für das jeweilige Projekt, sagt er. Die Zielarbeitszeit liege bei 40 Stunden pro Woche; „durch Vertrauensarbeitszeit kann jeder Mitarbeiter seine Arbeitszeit selbständig organisieren.“ Die Unternehmensphilosophie der ESSERT GmbH ist geprägt von den Werten Respekt, Transparenz und „raise the bar“, was so viel heißt wie die Latte oder die Ziele immer ein bisschen höher setzen. Essert arbeitet mit einem relativ jungen Team, in dem das Durchschnittsalter bei 30 Jahren liegt. Alle sind per Du und es werde eine offene, respektvolle Diskussions- oder Streitkultur gepflegt. All das seien wichtige Erfolgskomponenten für innovative, visionäre Lösungen, denn „die Märkte, die wir bedienen sind brutal schnelllebig“. Vor knapp zwei Jahren wurde die ESSERT GmbH für ihre „hohe Innovationskraft, federführend getrieben durch das hauseigene ‚Innovation Lab‘“ mit dem Landespreis für junge Unternehmen ausgezeichnet und gehört damit zu den Top Ten aus über 600 Bewerbern für diesen Preis.


Mit ESSERT-Datenbrillen und der zugehörigen App werden Wissen vermittelt und Zusammenhänge visualisiert.


 Inzwischen, so Essert, sei seine Firma aus der Gründer- oder Start-up-Phase heraus. „Ich sehe uns als gefestigten Mittelständler mit soliden Prozessen und Kundenstrukturen an. Einzig unser schnelles Wachstum gleicht noch einer Start-up-Phase“. Seine Erfahrungen wird er als erklärter Partner und Gründungsberater im gerade entstehenden Digital Hub Bruchsal-Kraichgau, der von der regionalen Wirtschaftsförderung Bruchsal und der Technologieregion Karlsruhe aufgebaut wird, einbringen.


Info:

Die ESSERT GmbH wurde 2009 von Christopher Essert eigenfinanziert gegründet und hat ihren Sitz in Ubstadt-Weiher. Mit ihren innovativen Lösungen in den Bereichen Robotik und digitalem Wissenstransfer bestimmt sie die Entwicklung „Industrie 4.0“ entscheidend mit. Das Wachstum bestätigt sie. 2016: 30 Mitarbeiter, 2,5 Millionen Euro Umsatz; 2017: 65 Mitarbeiter, 6,0 Millionen Euro Umsatz; 2018: 80 Mitarbeiter, 10 Millionen Euro Umsatz. Vorausschau 2019: 100 Mitarbeiter, 16 Millionen Euro Umsatz


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