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Es gibt kein zweites Mal

Firma Leipert in Landshausen bearbeitet Riesenteile mit höchster Präzision


IN DER FUSSGÄNGERZONE VON NECKARSULM STEHT DIESES KUNSTWERK, die Audi-Ringe, die die Vielfalt und Innovationsfähigkeit der Firma Leipert zeigen.

Kraichtal-Landshausen (art) Wenn in den umliegenden Ortschaften von Landshausen an den Durchgangsstraßen für die Nachtstunden absolutes Halteverbot gilt, dann ist wieder ein Schwertransport für die Firma Leipert in Landshausen unterwegs. Es sind übergroße Bauteile, die nur mit Sondergenehmigung und zu verkehrsarmen Zeiten transportiert werden dürfen. Auf den schmalen Straßen im Kraichgau ist dies für die Spediteure und insbesondere für die Fahrer jedes Mal eine schwierige Aufgabe. Leipert bearbeitet Bauteile bis zu einem Gewicht von 200 Tonnen, bis 38 Meter Länge und 8,50 Meter im Durchmesser. "Die Präzisions-Bearbeitung von übergroßen Teilen ist unsere Spezialität", sagt Gerhard Müller-Broll, Geschäftsführer von Leipert. "Die Genauigkeit beträgt 0,01 Millimeter auf einen Meter."


MIT RIESENMASCHINEN und großen Werkstücken

kennt man sich hier aus.


Am äußersten Rand von Kraichtal hat sich dieses Spezialunternehmen entwickelt. Die Lage ist nicht gerade verkehrsgünstig für Schwertransporte. "Heute würde man solch ein Unternehmen in der Nähe der Autobahn bauen oder gar mit Hafenanschluss", sagt Müller-Broll. "Doch wir sind mit unserem Maschinenpark sehr stark an den Ort gebunden und können nicht ohne weiteres umziehen." Dass die zu bearbeitenden Teile einmal diese Dimension annehmen würden, war am Anfang nicht absehbar und schon gar nicht geplant. 1956 gründet Albert Leipert in Landshausen einen Reparaturbetrieb für Landmaschinen. Es folgen erste Montagearbeiten für regionale Kunden. In den 1970er Jahren übernehmen Helma und Roland Scheidel den Betrieb und forcieren die Komponentenfertigung und den Maschinenbau. 1985 nimmt man die erste Maschine zur Bearbeitung von Großteilen in Betrieb. Damit sind die Weichen gestellt für eine Entwicklung, die heute noch nicht zu Ende ist. Die Maschinen wurden größer. Die CNC-Technik hielt Einzug. Die Anforderungen an die Genauigkeit wuchsen. Die Kunden wurden internationaler und Leipert erwarb sich einen wohlklingenden Namen in der Welt der Großteile-Bearbeiter. Die Arbeiten bei Leipert umfassen hauptsächlich präzises Drehen, Fräsen und Bohren. Die Kunden kommen aus der ganzen Welt: Maschinenbauer ganz allgemein, Hersteller von Spezialmaschinen für den Bergbau, Energieerzeuger, Großgetriebe-Hersteller, Forschungsinstitute und sogar die Raumfahrtindustrie. Vor einigen Jahren hat Leipert zum Beispiel Komponenten gefräst für einen Teilchenbeschleuniger für das Europäische Kernforschungszentrum in Genf (CERN).


Das als Ein-Mann-Reparaturbetrieb gegründete Unternehmen stellte im Jahr 1978 seinen ersten Auszubildenden ein, damals noch "Lehrling" genannt. Heute beschäftigt Leipert rund 60 Mitarbeiter und ist damit einer der großen Arbeitgeber in Kraichtal. Es sind Schlosser und Monteure, Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker, die bei Leipert arbeiten, CNC-Programmierer und Konstrukteure sowie Industriekaufleute für Verwaltung, Einkauf und Vertrieb. "Durch unser Fertigungssegment und die ganz speziellen Maschinen müssen wir alle neuen Mitarbeiter gründlich einlernen, damit wir die geforderte Qualität und Präzision unseren Kunden garantieren können", sagt der Geschäftsführer. "Bei uns gibt es kein zweites Mal. Ein Bauteil darf nicht misslingen. Dafür ist der Wert der Teile zu hoch und die Wiederbeschaffungszeit zu lang."
Es ist eine international zusammengesetzte Mannschaft, die bei Leipert arbeitet, mit Deutschen, Russen, Polen, Türken, Serben, Kroaten und Italienern. Schon immer kostete es Mühe und Engagement, gute und motivierte Fachkräfte für diese verantwortungsvolle Tätigkeit zu gewinnen. Andererseits ist es für die Facharbeiter eine herausfordernde und lohnende Aufgabe, sich den besonderen Vorgaben an Präzision und Exaktheit zu stellen. Die Mitarbeiter haben im Unternehmen gute Perspektiven für die Zukunft.


Wenn auch die Geschäftsführung in den zurückliegenden Jahrzehnten mehrmals gewechselt hat, so ist doch der Traditionsname Leipert geblieben mit einem besonderen und guten Ruf in der Fachwelt. Mit der oben beschriebenen Firmengeschichte erklärt sich der heutige Standort mitten im hügeligen Kraichgau.


Dr. GERHARD MÜLLER-BROLL ist Geschäftsführer bei Leipert.



Info:
Von Albert Leipert als Reparaturbetrieb für Landmaschinen 1956 gegründet, übernahmen in den 1970er Jahren Helma und Roland Scheidel den Betrieb und forcieren die Komponentenfertigung und den Maschinenbau. 1985 wurde die erste Maschine zur Bearbeitung von Großteilen in Betrieb genommen. Heute arbeiten rund 60 Mitarbeiter in dem führenden Spezialunternehmen für Großteilefertigung. Der Firmensitz befindet sich noch heute in 76703 Kraichtal (Landshausen), Hiegerstraße 7. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.leipert-maschinenbau.de oder telefonisch unter 07250 92550.


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