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Krämer Bewässerung / Geobohrung GmbH, Dettenheim

Der gesamte Energieverbrauch im Landkreis Karlsruhe kann langfristig durch regenerative Energiequellen gedeckt werden - zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Potenzialstudie der Energieagentur des Landkreises Karlsruhe. Das Dettenheimer Unternehmen Krämer Bewässerung / Geobohrung GmbH gewinnt über oberflächennahe Erdsonden Energie, die im Grundwasser steckt und beheizt bzw. kühlt damit Gebäude. Damit liegt es ganz auf der Linie des Landkreises, der sich die Erschließung und Nutzung alternativer Energien verschrieben hat. Deshalb besuchte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel mit Bürgermeister Lothar Hillenbrand und Wolfgang Kempermann, Geschäftsführer Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH, die Firma, um sich selbst ein Bild zu machen.
"Die Rheinebene verfügt über das größte zusammenhängende Kiesvorkommen der Welt und ist ein gigantischer Grundwasserspeicher", berichtet Geschäftsführer Edelbert Krämer. Mit der von ihm mit entwickelten Hohlbohrschneckentechnik, die das Bohrloch in seiner gesamten Länge vor Einbruch schützt, kann dieses Reservoir wirtschaftlich und umweltfreundlich angezapft werden. Dafür werden Erdsonden in den kiesigen Untergrund eingebracht, in denen ein Wasser-Glykolgemisch zirkuliert und über einen Wärmetauscher dem Grundwasser Wärme entzieht. Ein Temperaturentzug von vier Grad Celsius genügt, um so viel Energie zu gewinnen, Gebäude zu beheizen - oder im Sommer auch zu kühlen. "Die Kunst dabei ist, die Dimensionierung und Länge der Rohrleitungen so zu bemessen, dass das zirkulierende Medium nach dem Wärmeentzug im Grundwasser wieder um diese vier Grad aufgewärmt wird", führt der Geschäftsführer aus. Im Gegensatz zu der Tiefengeothermie, die viele hunderte bzw. sogar tausende Meter tiefe Bohrungen erfordert, bleibt Edelbert Krämer mit seinem Verfahren mit max. 50 Metern nahe an der Erdoberfläche und verlässt zudem die grundwasserführende Kiesschicht nicht. Durchbohrungen der abdichtenden Sohle sind technisch nicht möglich, weshalb bei seinem Verfahren Vermischungen mit anderen grundwasserführenden Schichten, die zum Beispiel in der Gemeinde Staufen für Hebungen des Untergrundes gesorgt haben, nicht zu befürchten sind. Sämtliche Bohrungen müssen zudem exakt der lokalen geologischen Situation angepasst sein und behördlich genehmigt werden. Die Hälfte seiner 12 Mitarbeiter sind deshalb auch nicht auf den vielen Baustellen zwischen Schwarzwald, Pfälzer Wald und den Vogesen eingesetzt, sondern mit Organisation, Vorbereitung und den aufwändigen Genehmigungsverfahren beschäftigt. Viel Know-how müsse sich das 1990 gegründete Unternehmen dabei selbst erarbeiten. Deshalb wurden mit Hilfe des Geschäftsführers der Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH, Wolfgang Kempermann, Kontakt mit dem KIT geknüpft, das in diesem Bereich Forschungen betreibt. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zeigte sich beeindruckt von dem Verfahren und insbesondere vom Potenzial der Energiequelle "Grundwasser". Er werde deshalb über die Energieagentur einen Fokus auf die oberflächennahe Geothermie legen und versprach, sich beim KIT für eine Kooperation einzusetzen. Der Landrat nahm auch mit, dass sich das Familienunternehmen, das neben der oberflächennahen Geothermie auch konventionellen Brunnenbau betreibt, beileibe nicht mangelnde Aufträge sondern vielmehr qualifizierte Fachleute beklagt. Insbesondere bei jungen Menschen müsste mehr Lust und Bereitschaft geweckt werden, sich für einen zupackenden Beruf im Freien zu entscheiden.


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